GE4070 Antoine  Coypel  (attr., ? Umkreis),  Bacchus  und Ariadne  auf  der  Insel  Naxos
GE4070 Antoine Coypel (attr., ? Umkreis), Bacchus und Ariadne auf der Insel Naxos

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GE4070 Antoine Coypel (attr., ? Umkreis), Bacchus und Ariadne auf der Insel Naxos

GE4070 Antoine Coypel (attr., ? Umkreis), Bacchus und Ariadne auf der Insel Naxos

12000 Euro

Auktion vom 19.3.2016

Antoine Coypel: Paris 1661 - 1722. Sohn der Porträtmalerin Madelaine Hérault und des Malers Noel Coypel. Schüler von Charles le Brun. Beeinflußt von Correggio, Tizian und Veronese. Von 1672 - 1676 in Rom, danach Meisterschüler an der Académie royale de peinture et de sculpture. Seit 1710 Direktor der königlichen Gemäldesammlung, seit 1716 „Premier peintre du Roi“.

Motiv: Bacchus und Ariadne auf der Insel Naxos (in Anlehnung an Ovid, Metamorphosen 8). Ariadne, die Tochter des Königs Minos auf Kreta, in feierlichem Gelage mit Bacchus auf der Insel Naxos.

Qualitätvolle Ausführung, Öl auf Leinwand, doubliert, 74 x 127 cm, inprunkvollem Rahmen (98 x 148 cm.). Im Vergleich zu dem im Philadelphia Museum of Art ausgestellten Gemälde Coypels gleichen Sujets erweitert das vorliegende Gemälde die Darstellung in der rechten Bildhälfte: der Wagen wird nicht angeschnitten sondern vollständig dargestellt, der Himmelsausschnitt wird erweitert, der Baum mit Putten nach rechts verschoben.

Vorliegendes Gemälde befand sich seit Ende des 18. Jahrhunderts in durchgehendem Familienbesitz. Erster nachweisbarer Besitzer des Gemäldes innerhalb der Eigentümer-Familie war Johannes Gottlieb Fork, der um 1780 in den Besitz des Bildes gelangte. Fork war Steinmetzmeister am Hofe Friedrichs des Großen (1712 - 1786) und gestaltete im Auftrag des Königs zahlreiche Arbeiten in Stein. Friedrich II. seinerseits hatte über seine Kunstfreunde und Berater Georg Wenceslaus von Knobelsdorff und Rothenburg Gemälde u. a. von Antoine Coypel ankaufen lassen (Vgl. Paul Seidel, Friedrich der Grosse und die Bildende Kunst, Leipzig-Berlin 1922). Aus dem Eigentum des Hofes gelangte vorliegendes Gemälde in das Eigentum von J. G. Fork. Über mehrere Erb-Generationen wurde es im 19. Jahrhundert in den Familienzweig der heutigen Eigentümer, und zwar des Hofmusikalienhändlers Hans Licht in Leipzig vererbt, der es seinerseits weitervererbte. Aus der Zeit des Besitzes von Hans Licht existiert aus dem Jahr 1912 eine Abbildung des Gemäldes mit veröffentlichter Zuschreibung an Antoine Coypel in der Zeitschrift „IllustrirteZeitung Leipzig - Berlin Nr. 3618, Oktober 1912. (liegt vor).

Die künstlerische Qualität des angebotenen Gemäldessteht auf hohem Niveau und ist mit der meisterlichen Ausführung in Philadelphia vergleichbar.

Lit.: Nicole Garnier, Antoine Coypel 1661 - 1722, Paris 1969 (Werkverzeichnis). Vgl. das Sujet im Werkverzeichnis Nr. 49, S. 116 - 118 (als verlorenes Werk deklariert). Das Bild “Bacchus und Ariadne auf Naxos“ im Museum von Philadelphia wurde erst 1990 erworben; vgl. weiterhin WVZ Garnier Fig. 83 Originalgrafik von Coypel „Bacchus et Ariadne dans l´ile de Naxos“ nach vorgenanntem Gemälde sowie Fig. 84 (Vorzeichnung). Das im Museum von Philadelphia befindliche Oeuvre im Format 73 x 86,5 cm wurde 1693 für den Herzog von Orleans, den Bruder Ludwigs XIV, von Coypel ausgeführt. N. Garnier bezeichnet das Werk als „une des premièrs grandes compositions mythologiques de l´artiste..“ (S. 117). Es existieren zahlreiche Kopien, ein Gemälde bei Garnier wird Coypel selbst zugeschrieben.

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