Julius Seyler - Aktuell in der August-Auktion 2017

Julius Seyler, Zwei Indianer

Zwei auf ihren Pferden auf der Jagd nach Beute ausschauende Indianer.  Beide sind mit Gewehren bewaffnet. 

Öl auf Papier,  Farbauftrag in impressionistischer Manier, unten rechts signiert „J. Seyler“,  ca. 56 x 74 cm (Passepartout), unter Glas großformatig gerahmt.

Lit.: Thieme/Becker, Bd. 30, S. 554; B. Kroll, Julius Seyler , Berlin 1940. Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung. 

 

Auktion: 12. August 2017

Limit: 4800,- Euro

Julius Seyler

Julius Seyler (München 1873-1955)

Nach seiner Schulzeit am Gymnasium besucht Julius Seyler seit 1882 die Münchner Akademie, zunächst als Schüler von Julius Diez. Danach schreibt er sich in die Klasse bei Ludwig von Herterich ein und wechselt schließlich zu Heinrich von Zügel, bei dem er mehrere Jahre bis 1906 in die Lehre geht. (Vgl. Kroll, B., S. 9-11). 

Neben der Malerei begeistert Julius Seyler der Sport. In den Jahren von 1895 bis 1897 erwirbt er sich zweimal den Titel des Europa-Meisters im Eisschnell-Lauf (vgl. Kroll, B., S. 71).

Nach seiner Akademiezeit lebt Julius Seyler bei Diessen am Ammersee. Geprägt von seinen Lehrern der Münchner Akademie spezialisiert sich der Maler auf Landschafts- und Tiermotive. Ein Großteil seiner Gemaelde zeigt Schafe und Kühe in Begleitung von Hirten und Bauern in Landschaften. Die malerische Akzentuierung von Farb- und Lichterscheinungen läßt Anklänge an Wilhelm von Diez erkennen, aus dessen Malklassen berühmte Impressionisten wie Slevogt und Corinth hervorgingen (vgl. H. Ludwig, Piloty, Diez und Lindenschmit - Münchner Akademielehrer der Gründerzeit, in: Die Münchner Schule 1850-1914, S. 68-71.). In der Motivwelt Julius Seylers wie in seiner pleinairistischen Landschafts-Erfassung wird der Einfluß Heinrich von Zügels deutlich. Dennoch sieht sich Julius Seyler nicht als Impressionist. Ihm geht es weniger um die technische Raffinesse der Erfassung des Ausschnitthaften, des Moment-Blitzes, sondern um die malerische Übersetzung der Atmosphäre der Natur in einer Landschaft. Das Ganze, das Kosmische (Kroll B., S. 14), soll in seinen Gemälden spürbar werden. 
Um 1910 wechselt Julus Seyler seine Themenwelt. Er widmet sich den Motiven von Meer und Strand sowie den Menschen der Küste und ihrer Arbeit, die er an der flandrischen Küste studiert. Vor allem die Krevettenfischer werden zu einem Haupt-Motiv seiner Bilder.
Ein Jahr später schon, um 1911, reist Julius Seyler nach Norwegen. Die  Landschaftseindrücke geben ihm neue Impulse. Die Ur-Natur der Lofoten erfordert in der Erfassung der Atmosphäre neue bildnerische Mittel. Seine Malerei wird expressiver, Linie und Kontur werden eingesetzt um der Erfassung der neuen Umgebung im Ausdruck näher zu kommen. (vgl. Kroll, B., S. 23)
1912 unternimmt Julius Seyler eine Studienreise in die Bretagne. Die Arbeit der Fischer und Tangarbeiter animiert den Maler hier zu zahlreichen Bildmotiven. (vgl. Kroll, B., S. 26). 
Die Jahre des Ersten Weltkrieges verbringt Julius Seyler in Amerika. Fasziniert von der Geschichte des Landes, erarbeitet er sich ein neues Sujet, die Welt der Indianer. (Ebda, S. 28).
Erst 1921 kehrt der Maler nach München zurück, wo er als Künstler großes Ansehen genießt. Nach dem Weltkrieg thematsiert er zunehmend das arbeitende Volk. Sein Werk gewinnt in der Sicht von Bruno Kroll an moralisierenden Momenten. (Ebda, S. 35).
Typisch für die Malerei von Julius Seyler ist die extreme Reduktion der ihn umgebenden, gesehenen Natur auf Farb- und Licht-Werte. Dabei sieht er sich zwar in der Tradition des Impressionismus, betont aber, daß er die Auflösung in Farbreflexe nicht der Form halber anwende, nicht das Artistische steht im Vordergrund seiner Intention, sondern die Form ist Mittel zum Zweck des Ausdrucks eines leidenschaftlichen Natur-Erlebens. Seyler selbst begreift sich als "Freilichtmaler" (ebda. S. 30), der das kosmische Moment, das Erhabene der Natur auf die Leinwand zu bannen sucht. Kroll erkennt hier eine Nähe zur Malerei der Romantik (ebda.).

Werke des Malers Julius Seyler finden sich u.a. in der Staatsgalerie und Städtischen Galerie München, in der Staatsgalerie Stuttgart sowie in vielen weiteren städtischen Galerien, etwa in Augsburg, Bamberg und Pforzheim.

Lit.:
Thieme/Becker, Bd. 30, S. 554;
Kroll, Bruno, Julius Seyler (Kunstbücher des Volkes / Kleine Reihe Bd. 6, hg. v. K. Lemmer), Berlin 1940.

 

 

Werke von Julius Seyler bei Richter & Kafitz

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